AI Audit (KI-Audit)
Ein AI Audit (KI-Audit) ist die systematische Prüfung eines KI-Systems auf Compliance, Risiken, Qualität und die zugrunde liegenden Prozesse. Ziel ist es, nachweisbar zu klären, ob ein Modell und seine Nutzung im Unternehmen rechtlich, sicherheitstechnisch und fachlich „unter Kontrolle“ sind – inklusive Daten, Dokumentation, Governance und Betrieb.
Was bedeutet AI Audit (KI-Audit)?
Der Begriff beschreibt eine strukturierte Bewertung entlang festgelegter Kriterien: Welche KI wird wofür eingesetzt, welche Risiken entstehen (z. B. falsche Entscheidungen, Datenschutzverstöße, Sicherheitslücken), welche Kontrollen existieren und wie gut das System im Alltag performt. Ein Audit liefert typischerweise einen Befundbericht, eine Risikoeinstufung und einen Maßnahmenplan.
Wie funktioniert ein AI Audit?
- 1) Scope & Use Case klären: Zweck, Nutzergruppen, Entscheidungseinfluss, Datenflüsse, Tools (z. B. ChatGPT oder eigene Large Language Model (LLM)-Setups).
- 2) Compliance-Check: Abgleich mit Anforderungen aus EU AI Act, AI Governance sowie Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI (z. B. Rechtsgrundlage, Auftragsverarbeitung, Transparenzpflichten).
- 3) Risikoanalyse: Bedrohungen und Fehlermodi bewerten, etwa Prompt Injection, Jailbreak, Prompt Leakage (Prompt-Datenabfluss), Bias, oder Sicherheits- und Lieferkettenrisiken.
- 4) Qualitäts- & Performanceprüfung: Tests mit Evals (z. B. Evaluation (Eval) & Benchmarking) auf Genauigkeit, Robustheit, Halluzinationen (Hallucinations), Konsistenz, Latenz und Kosten.
- 5) Prozess- & Betriebsreife: Prüfen, ob MLOps/LLMOps vorhanden ist (z. B. MLOps, Model Monitoring & Observability (LLMOps), Logging, Incident-Management, Freigabeprozesse).
- 6) Maßnahmenplan & Nachweis: Findings priorisieren, Controls definieren (z. B. Guardrails (KI-Leitplanken), DLP, Freigaben), Verantwortlichkeiten und Fristen festlegen.
Warum ist ein KI-Audit wichtig?
KI-Systeme sind selten „nur ein Modell“: Prompting, Datenquellen, Tools, Schnittstellen und Nutzerverhalten beeinflussen die Ergebnisse. Ein Audit reduziert Haftungs- und Reputationsrisiken, erhöht die Verlässlichkeit und schafft prüffähige Nachweise für interne Revision, Kundenanforderungen oder regulatorische Prüfungen. Besonders bei Generative KI (Generative AI) ist das entscheidend, weil Outputs variieren und Fehler schwerer zu erkennen sind.
Wofür wird ein AI Audit genutzt? (Beispiele)
- Kundenservice-Chatbot: Prüfung auf Datenschutz, sichere Prompt-Strategie, Umgang mit PII (z. B. PII Detection (PII-Erkennung)), und Reduktion von Halluzinationen.
- RAG-System für Unternehmenswissen: Audit von RAG (Retrieval-Augmented Generation), Datenquellen, Vektordatenbank (Vector Database), Berechtigungen, Zitierfähigkeit (z. B. Citations (Quellenangaben) in LLMs).
- Automatisierte Workflows: Wenn KI Entscheidungen an Tools übergibt (z. B. AI Agents (KI-Agenten) mit Function Calling / Tool Use oder n8n), werden Tool-Rechte, Sandbox, Logging und Fehlerszenarien geprüft.
Was kostet ein AI Audit?
Die Kosten hängen stark von Umfang, Kritikalität und Reifegrad ab: Anzahl der Use Cases, Daten- und Tool-Landschaft, notwendige Tests/Evals, sowie Dokumentations- und Compliance-Anforderungen. Häufige Kostentreiber sind fehlende Artefakte (Policies, Logs, Modell-/Prompt-Versionen) und komplexe Integrationen. In der Praxis bewegen sich Audits oft von einem kompakten Review (wenige Tage) bis zu mehrwöchigen Prüfungen für mehrere produktive Systeme.
Merksatz: Ein KI-Audit macht KI-Systeme messbar, prüfbar und verantwortbar – technisch, organisatorisch und rechtlich.