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Anthropic Claude

LLM-Familie von Anthropic, stark bei Reasoning und langen Kontexten.

Anthropic Claude ist eine Familie von Large Language Model (LLM)-Chatbots und APIs des KI-Unternehmens Anthropic. Claude wird häufig für Aufgaben eingesetzt, bei denen sauberes Reasoning, zuverlässige Textarbeit und das Verarbeiten sehr langer Eingaben (Long-Context) wichtig sind – z. B. bei Analyse, Zusammenfassungen, Dokumentenarbeit oder Assistenz in Workflows.

Was bedeutet „Anthropic Claude“?

„Anthropic“ ist der Hersteller, „Claude“ der Name der Modellreihe. Gemeint ist also nicht ein einzelnes Modell, sondern mehrere Versionen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Kostenprofilen. Claude gehört zur Kategorie Generative KI (Generative AI), weil es Inhalte wie Texte (und je nach Version auch weitere Modalitäten) generieren kann. Im Alltag wird Claude ähnlich wie ChatGPT genutzt: als Chat-Interface oder als Modell hinter einer API.

Wie funktioniert Claude (vereinfacht)?

Claude basiert auf einem Transformer-LLM, das in der Inference aus Eingaben (Prompts) die wahrscheinlichsten nächsten Tokens berechnet. Praktisch läuft das meist so ab:

  • 1) Prompt eingeben: Du gibst eine Aufgabe, Kontext und Formatvorgaben (z. B. „Schreibe eine Zusammenfassung in 5 Bulletpoints“).
  • 2) Kontext verarbeiten: Claude kann sehr lange Texte (z. B. Verträge, Handbücher, Chatverläufe) in einem Durchlauf berücksichtigen – je nach Modell/Plan mit großem Kontextfenster.
  • 3) Antwort generieren: Das Modell erstellt eine strukturierte Ausgabe (Text, Listen, Tabellen), gesteuert durch gutes Prompt Engineering.
  • 4) Optional: Tools nutzen: In Integrationen kann Claude über Function Calling / Tool Use externe Funktionen anstoßen (z. B. „Suche Kundendaten“, „Erstelle Ticket“, „Sende E-Mail“).

Wofür wird Anthropic Claude eingesetzt? (Use Cases)

  • Dokumentenarbeit & Wissensmanagement: Lange PDFs, Richtlinien oder Protokolle zusammenfassen, vergleichen oder in To-dos übersetzen.
  • Kundenservice & Support: Antwortvorschläge, Tonalität, Wissensartikel – oft kombiniert mit RAG (Retrieval-Augmented Generation) und einer Vektordatenbank (Vector Database), die über Embeddings relevante Passagen aus internen Quellen liefert.
  • Automation & Workflows: In Tools wie n8n lassen sich Claude-Calls in Pipelines einbauen (z. B. eingehende E-Mails klassifizieren, Daten extrahieren, CRM aktualisieren). Das ist ein typischer Baustein für Automatisierung (Automation).
  • Agentische Systeme: Als „Gehirn“ für AI Agents (KI-Agenten), die planen, Zwischenschritte dokumentieren und Aufgaben über Tools ausführen.

Warum ist Claude relevant (Stärken & Grenzen)?

Claude wird oft gewählt, wenn ein Modell in längeren Kontexten stabil arbeiten soll und komplexe Aufgaben nachvollziehbar lösen muss. Dennoch gilt wie bei allen LLMs: Es kann zu Halluzinationen (Hallucinations) kommen – also plausibel klingenden, aber falschen Aussagen. Deshalb sind Quellen, Tests und Guardrails wichtig, besonders im Unternehmensumfeld.

Was kostet Anthropic Claude?

Die Kosten hängen typischerweise von Modellvariante, Tokenverbrauch (Input/Output), Kontextlänge und Plattform (Chat vs. API) ab. Für Unternehmen sind zusätzlich Faktoren wie Skalierung, Logging, Compliance und Betrieb (z. B. über MLOps) relevant. Bei sensiblen Daten spielen außerdem Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI sowie Regeln aus AI Governance und dem EU AI Act eine Rolle.

Kann man Claude fine-tunen?

Je nach Angebot/Modell sind Anpassungen über Prompting, RAG oder Modellanpassungen möglich. In der Praxis wird häufig zuerst RAG eingesetzt, bevor man in Richtung Fine-Tuning oder LoRA denkt, weil das schneller, günstiger und wartbarer sein kann – insbesondere, wenn Wissen häufig aktualisiert wird.