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PydanticAI

Python-Framework für strukturierte Agenten und validierte Outputs

PydanticAI ist ein Python-Framework, mit dem du KI-Agenten (LLM-basierte Anwendungen) als „strukturierte Programme“ bauen kannst: Prompts, Tools und Ergebnisse werden über Pydantic-Modelle typisiert und validiert, sodass ein Large Language Model (LLM) zuverlässig in ein definiertes Datenformat (z. B. JSON) liefert. Statt „freier“ Chat-Antworten erhältst du geprüfte, reproduzierbare Outputs, die sich direkt in Automationen und APIs weiterverarbeiten lassen.

Was ist PydanticAI (und wofür wird es genutzt)?

PydanticAI verbindet LLM-Aufrufe mit strikter Datenmodellierung: Du definierst ein Ausgabe-Schema (z. B. InvoiceExtract mit Feldern wie Betrag, Währung, Datum), und das Framework sorgt dafür, dass die Modellantwort diesem Schema entspricht – inklusive Parsing, Validierung und Fehlerbehandlung. Das ist besonders wertvoll, wenn du LLMs nicht nur „Text schreiben“ lässt, sondern strukturierte Daten extrahieren, Entscheidungen treffen oder Workflows anstoßen willst (z. B. in Automatisierung (Automation) oder n8n).

Wie funktioniert PydanticAI?

  • 1) Schema definieren: Du modellierst erwartete Ergebnisse als Pydantic-Modelle (Datentypen, Pflichtfelder, Constraints).
  • 2) Agent konfigurieren: System-/User-Prompts, Regeln und ggf. Kontext werden festgelegt (z. B. mit einem System Prompt (Systemanweisung)).
  • 3) Tools anbinden: Funktionen/APIs können als „Tools“ bereitgestellt werden (ähnlich Function Calling / Tool Use), etwa Datenbankabfragen, HTTP-Requests oder interne Services.
  • 4) LLM ausführen: Das Modell erzeugt eine Antwort, die in das definierte Schema geparst wird (vergleichbar mit Structured Outputs (JSON Schema) bzw. JSON Mode (Strict JSON Output)).
  • 5) Validieren & reparieren: Falls Felder fehlen oder Typen nicht passen, kann PydanticAI je nach Setup erneut anfragen oder Korrekturen erzwingen, bis ein valides Objekt entsteht.

Warum ist PydanticAI wichtig?

LLM-Antworten sind ohne Leitplanken fehleranfällig: mal fehlen Attribute, mal ist das Format inkonsistent, mal entstehen Halluzinationen (Hallucinations). PydanticAI reduziert diese Risiken, indem es „Output-Verträge“ etabliert. Das macht Agenten in produktiven Systemen deutlich robuster: Daten können sicher in Datenbanken geschrieben, in Ticketsysteme übertragen oder als API-Response zurückgegeben werden. Außerdem wird Debugging einfacher, weil Validierungsfehler klar zeigen, welches Feld nicht passt.

Beispiele aus der Praxis

  • Strukturierte Extraktion: Aus E-Mails oder PDFs (z. B. mit OCR/IDP) werden Felder wie Kundennummer, Lieferadresse und Positionen extrahiert und als validiertes Objekt gespeichert (siehe Structured Data Extraction (Information Extraction)).
  • Agenten-Workflows: Ein AI Agents (KI-Agenten)-Flow ruft Tools auf (CRM, ERP, Web-APIs), fasst Ergebnisse zusammen und liefert ein streng typisiertes „Next Action“-Objekt für nachgelagerte Schritte (z. B. in Agentic Workflow (Agenten-Workflow)).
  • RAG-Pipelines: In Kombination mit RAG (Retrieval-Augmented Generation) kann das LLM Quellenpassagen aus Retrieval-Ergebnissen in ein festes Antwortschema gießen (z. B. Entscheidung + Begründung + Zitate), wodurch Ausgaben konsistenter werden.

Wann lohnt sich PydanticAI?

PydanticAI lohnt sich besonders, wenn du LLM-Outputs automatisiert weiterverarbeiten musst (APIs, ETL, Workflows), wenn Compliance/Qualität wichtig ist oder wenn mehrere Agenten/Tools zusammenspielen. Für reine Kreativtexte ist es oft „overkill“ – für produktive, datengetriebene KI-Systeme ist es dagegen ein großer Stabilitätsgewinn.