Webhooks
Webhooks sind HTTP-Callbacks, die bei einem Ereignis automatisch eine Nachricht (meist per HTTP-POST) an eine zuvor definierte URL senden. Statt dass ein System ständig per Polling „nachfragt“, ob etwas passiert ist, informiert es aktiv in Echtzeit. So lassen sich Automationen, Integrationen und KI-Workflows zuverlässig auslösen – z. B. wenn ein Formular abgeschickt, ein Ticket erstellt oder ein Agent eine neue Aufgabe starten soll.
Was bedeutet „Webhook“?
Der Begriff setzt sich aus „Web“ und „Hook“ (Einhaken/Auslöser) zusammen: Ein Webhook „hakt“ sich in ein Ereignis ein und stößt bei Eintritt eine Aktion an. Technisch ist es ein HTTP-Request an einen Endpunkt, den du bereitstellst (z. B. https://example.com/webhook), inklusive Nutzdaten (Payload) wie JSON.
Wie funktionieren Webhooks? (Ablauf in 5 Schritten)
- 1. Endpoint bereitstellen: Du erstellst eine URL, die Webhook-Requests empfangen kann (z. B. in n8n oder deinem Backend).
- 2. Webhook registrieren: Im sendenden System hinterlegst du diese URL und wählst Events (z. B. „new_order“, „invoice_paid“).
- 3. Event tritt ein: Das sendende System erkennt das Ereignis.
- 4. HTTP-Request wird gesendet: Meist
POSTmit JSON-Payload, Headern und ggf. Signatur. - 5. Verarbeitung & Reaktion: Dein System bestätigt mit HTTP-Status (z. B.
200) und startet die Automation (z. B. Agenten-Workflow).
Webhooks in KI, Automationen und Agenten
In KI-Setups sind Webhooks ein zentraler Trigger, um Datenflüsse und Entscheidungen zu automatisieren. Beispiele:
- Lead-zu-Agent: Kommt ein neuer Lead rein, triggert ein Webhook einen AI Agents-Flow: Daten validieren, E-Mail entwerfen, CRM aktualisieren.
- RAG-Update: Wenn ein Dokument in einem DMS geändert wird, löst ein Webhook Re-Indexing aus (z. B. neue Embeddings erzeugen und in die Vektordatenbank (Vector Database) schreiben) für RAG (Retrieval-Augmented Generation).
- Tool-Kette: Ein Agent nutzt Function Calling / Tool Use: Ein externes System meldet „Zahlung eingegangen“ per Webhook, der Agent startet Fulfillment, Benachrichtigung und Logging.
- LLM-Orchestrierung: In Workflows mit ChatGPT oder einem Large Language Model (LLM) können Webhooks Zwischenstände (z. B. „Review erforderlich“) an ein Human-in-the-Loop-System melden.
Warum sind Webhooks wichtig?
- Echtzeit statt Polling: Weniger Verzögerung, weniger API-Calls, geringere Kosten.
- Robuste Automationen: Ereignisgesteuert und klar nachvollziehbar.
- Skalierbare Integrationen: Viele Systeme lassen sich standardisiert verbinden.
Typische Herausforderungen & Best Practices
- Sicherheit: Signaturen (HMAC), Secret-Header, IP-Allowlisting, TLS. Ergänzend: Secrets Management (Schlüsselverwaltung).
- Idempotenz: Doppelte Zustellungen sind möglich – daher Event-IDs speichern und mehrfaches Verarbeiten verhindern.
- Retries & Timeouts: Sender wiederholen bei Fehlern; Empfänger sollte schnell antworten und asynchron weiterverarbeiten (Queue/Worker).
- Validierung: Payload prüfen, z. B. mit Schema Validation (JSON-Schema-Validierung) oder Structured Outputs (JSON Schema).
- Observability: Logging/Tracing hilft bei Debugging, z. B. Model Monitoring & Observability (LLMOps).
Was kostet die Nutzung von Webhooks?
Webhooks selbst sind kein Produkt, sondern ein Mechanismus. Kosten entstehen typischerweise durch: (1) die Plattform, die Webhooks anbietet (Tarif/Limit), (2) Infrastruktur zum Empfangen (Serverless, Backend, n8n-Instanz), (3) Verarbeitung (z. B. LLM-Aufrufe, Datenbank, Monitoring). In der Praxis reichen die Kosten von „inklusive im Tool“ bis zu laufenden Infrastruktur- und Request-Kosten bei hohem Volumen.