AI Copilot (KI-Assistent)
Ein AI Copilot (KI-Assistent) ist ein KI-gestütztes Assistenzsystem, das Menschen bei Aufgaben wie Schreiben, Programmieren, Office-Arbeit oder Kundensupport unterstützt. Er liefert Vorschläge, Entwürfe und Analysen in natürlicher Sprache und kann – je nach Integration – auch Aktionen in Tools auslösen, um Arbeitsschritte zu beschleunigen.
Im Kern nutzt ein AI Copilot meist ein Large Language Model (LLM) (z. B. ähnlich wie ChatGPT), um Eingaben zu verstehen und passende Ausgaben zu erzeugen. Typische Einsatzfelder sind:
- Text & Kommunikation: E-Mails, Blog-Entwürfe, Zusammenfassungen, Meeting-Notizen, Übersetzungen.
- Code & Entwicklung: Code-Vorschläge, Refactoring, Tests, Dokumentation, Fehlersuche.
- Office & Produktivität: Tabellenformeln, Präsentations-Gliederungen, Auswertungen, Protokolle.
- Support & Service: Antwortvorschläge, Wissensartikel, Ticket-Zusammenfassungen, Triage.
Wie funktioniert ein AI Copilot?
Ein Copilot arbeitet typischerweise in einem Workflow aus Kontextaufnahme, Generierung und optionaler Tool-Ausführung. Häufige Bausteine sind:
- Kontext: Der Assistent erhält relevanten Text (z. B. E-Mail-Thread, Dokument, Code-Datei) und berücksichtigt das Kontextfenster (Context Window).
- Prompting: Vorgaben über System Prompt (Systemanweisung), Rollen und Anweisungen; in Teams oft mit Prompt Template (Prompt-Vorlage) und Prompt Engineering.
- Wissensanbindung: Für unternehmensspezifische, aktuelle Informationen wird oft RAG (Retrieval-Augmented Generation) genutzt – mit Embeddings, Vektordatenbank (Vector Database) und Vector Search (Vektorsuche) / Semantic Search.
- Aktionen: Über Function Calling / Tool Use kann der Copilot Tools bedienen (z. B. Ticket erstellen, CRM updaten, Kalendertermin vorschlagen) – häufig orchestriert in Automationen wie n8n oder allgemeiner Automatisierung (Automation).
Wofür ist ein AI Copilot gut? (Beispiele)
- Marketing: Der Copilot erstellt einen ersten Landingpage-Entwurf, formuliert Varianten für A/B-Tests und fasst Kundenfeedback zusammen.
- Engineering: Er erklärt einen Stacktrace, schlägt Fixes vor und generiert Unit-Tests – der Mensch prüft und merged.
- Customer Support: Er zieht per RAG (Retrieval-Augmented Generation) passende Help-Center-Artikel, schreibt eine Antwort und markiert Unsicherheiten.
Wichtige Grenzen & Risiken
AI Copilots können Fehler machen oder überzeugend klingende Falschaussagen liefern (Halluzinationen (Hallucinations)). Zudem sind Sicherheit und Compliance zentral: Schutz vor Prompt Injection und Jailbreak, Umgang mit personenbezogenen Daten (siehe Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI), sowie Leitplanken über Guardrails (KI-Leitplanken) und organisatorische Regeln wie AI Governance (inkl. Anforderungen aus dem EU AI Act).
Praktisch gilt: Ein AI Copilot ist am stärksten, wenn er in Arbeitsprozesse integriert ist, guten Kontext bekommt und ein Human-in-the-Loop (HITL) die Ergebnisse prüft – dann wird er vom „Chatbot“ zum echten Produktivitätswerkzeug.