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Data Minimization (Datenminimierung)

Nur notwendige Daten verarbeiten; zentral für DSGVO-konforme KI

Data Minimization (Datenminimierung) bedeutet, dass du nur die personenbezogenen Daten erhebst, speicherst und verarbeitest, die für einen klar definierten Zweck wirklich notwendig sind – und nicht „auf Vorrat“ alles mitnimmst. In KI-Projekten ist das ein zentraler Grundsatz für Datenschutz (DSGVO/GDPR) & KI: weniger Daten bedeuten meist weniger Risiko, weniger Angriffsfläche und leichter nachweisbare Compliance.

Was bedeutet Datenminimierung in KI-Systemen konkret?

Bei Künstlicher Intelligenz entstehen Datenströme an vielen Stellen: in Prompts, Chat-Verläufen, Logfiles, Trainingsdaten, Feedback-Daten, Tickets, Dokumenten oder Tool-Aufrufen. Datenminimierung heißt hier: Jede dieser Stellen wird so gestaltet, dass nur die minimal erforderlichen Informationen in das System gelangen und dort nur so kurz wie nötig verbleiben.

Wie funktioniert Data Minimization? (praktisches Vorgehen)

  • 1) Zweck definieren: Wofür wird die KI genutzt (z. B. Support-Antworten, Dokumenten-Zusammenfassung, Recherche)? Ohne klaren Zweck ist „notwendig“ nicht bewertbar.
  • 2) Datenfelder reduzieren: Nur die Felder verarbeiten, die für den Output gebraucht werden (z. B. Kundennummer statt vollständige Adresse).
  • 3) Vorverarbeitung/Redaction: Personenbezogene Daten vor dem Prompt entfernen oder maskieren (z. B. via PII Detection (PII-Erkennung) und PII Redaction (PII-Schwärzung))
  • 4) Kontext begrenzen: Im Kontextfenster (Context Window) nur relevante Ausschnitte senden, statt ganze Dokumente oder komplette Chat-Historien.
  • 5) Speicher & Logs minimieren: Aufbewahrungsfristen definieren, Debug-Logs reduzieren, Zugriff beschränken und Datenflüsse dokumentieren.

Beispiele aus der Praxis (LLMs, RAG, Automationen)

  • Chatbot im Kundenservice: Statt „Hier ist der komplette Vertrag als PDF“ sendest du nur die benötigten Passagen. Mit RAG (Retrieval-Augmented Generation) werden gezielt relevante Textstellen gefunden; durch sauberes Chunking (Text-Chunking) und Vector Search (Vektorsuche) / Semantic Search landen nur passende Snippets im Prompt.
  • Prompt-Design: Im Prompt Engineering formulierst du Eingaben so, dass keine unnötigen Identifikatoren enthalten sind („Kunde A“ statt Name + Telefonnummer). Auch Prompt Template (Prompt-Vorlage) hilft, feste Felder strikt zu kontrollieren.
  • Automatisierte Workflows: In n8n-Pipelines gibst du an ein Large Language Model (LLM) nur die minimalen Felder weiter (z. B. Problemkategorie, Produkt, Fehlermeldung) – nicht die komplette CRM-Akte. Zusätzlich kannst du per Filter/Mapping verhindern, dass sensible Felder überhaupt in den KI-Schritt gelangen.
  • Embeddings & Vektordatenbanken: Auch bei Embeddings und in der Vektordatenbank (Vector Database) gilt: nur Inhalte einbetten, die nötig sind. Sensible Daten sollten vorher entfernt werden; außerdem sind Löschkonzepte wichtig, weil Embeddings Inhalte indirekt repräsentieren können.

Warum ist Datenminimierung so wichtig?

  • Compliance: Unterstützt zentrale DSGVO-Prinzipien (Datenvermeidung, Zweckbindung, Speicherbegrenzung).
  • Sicherheit: Weniger Daten reduzieren Schaden bei Leaks (z. B. durch Logging, Fehlkonfiguration oder Prompt Leakage (Prompt-Datenabfluss)).
  • Qualität & Kosten: Kürzere Prompts senken Token-Kosten und können die Antwortqualität verbessern, weil weniger irrelevanter Kontext zu Fehlern führt.

Merksatz: Data Minimization ist kein „Datenverbot“, sondern ein Designprinzip – du baust KI-Systeme so, dass sie mit möglichst wenig (personenbezogenen) Daten zuverlässig funktionieren und du jederzeit begründen kannst, warum genau diese Daten notwendig sind.